15.07.2019

Briefe



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ID: 5970 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 14.04.1838
 

Lieber Schumann!
Sie erhalten hier den Anfang eines Aufsatzes, den ich interessant genug und der Publikation würdig halte. Fortsetzung (zugleich Schluß) wird nicht länger sein, als dies Stück, das Sie in Händen haben. Die Notenbeispiele sind leider unvermeidlich. Wollen Sie den Aufsatz nicht, so senden Sie ihn mir umgehend zurück, damit ich ihn weiter spedire, – und ich nehme es übrigens nicht übel. Ihr Aufsatz über das Leipziger Musikleben 1837/1838 ist vortrefflich! ich habe mir’s ad notam genommen und werde mit nächstem was Aehnliches über Singakademie, Möser etc schreiben. Drei Conzerte, die für Ueberschwemmte, u dgl gewesen sind, boten nichts Besonderes. Mit den Mulder’s war es nichts. Hier erhalten Sie noch ein Stück des Freimüthigen, ich bitte die mit Roth markirte Stelle zu lesen. Der Hansnarr heißt Gentzel, und ist zugleich Redacteur des Blattes. Wollen Sie’s nicht als Curiosum mittheilen. Marschner’s Oper ist gewesen. Ich bitte die beiden letzten Seiten dieses Blattes vorläufig zu benutzen. Wollen Sie einen größern Aufsatz, so bin ich gern bereit nach der zweiten Vorstellung mit einem Haupt-Artikel über „Heinrich Marschner“ zu willfahren. Rellstab kommt immer mehr in Mißkredit. Mit dieser letzten Recension hat er sich wieder förmlich blamirt. Auf mich ist er Gottlob sehr schlecht zu sprechen. Am meisten ärgert’s mich, daß ihn Maurice Schlesinger für die Gazette musicale engagirt. Ich möchte gern gratis einen größern Contre-Artikel in der France musicale des Leon Escudier schreiben. Wollen Sie mir wohl die Adresse dieses Redacteurs zukommen lassen. Lieber Schumann! ich brauche – Geld. Höchst nothwendig. Wenn es Ihnen nur irgend möglich, so schicken Sie mir umgehend was ich verdiente, auch für den „Gregory“ von dem es mich freut das Sie ihn behalten. Könnten Sie mir mit dem Verdienten vorschußweise bis auf 6 Fr’dor schicken, so würde ich das als einen lieben Freundesdienst anerkennen und es pünktlich abarbeiten.
Ihr
F. H. Truhn

Berlin d 14/4 38.
Friedrichstr. 108 parterre

[BV-E, Nr. 928:] mit Corresp.

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 774ff.
 

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