19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 6095 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 28.08.1838
 

Berlin d 28 Aug. 1838.
Lieber Schumann!
Ihr Billet vom 12 d. (wenn ich recht lese) habe ich vor acht Tagen von Schlesinger erhalten, und darauf beikommendes Manuscript für die France musicale gearbeitet. Wollen Sie mir nun den Gefallen thun es, so bald als möglich nach Paris zu schicken, da ich keine passende Gelegenheit für jetzt weiß, und Sie gewiß dieserhalb besser berathen sind. Einen Brief an Escudier habe ich beigelegt. Wollen Sie noch einen mitgeben, so bitte ich nur das Couvert zu öffnen und ein neues zu machen. Nun werde ich nach Ihrem Wunsche für Sie arbeiten; für diesmal müssen Sie jedoch mit dem Excerpt und dem Feuilleton vorlieb nehmen. Ende dieser Woche mehr, und sofort. Wann reisen Sie denn, und an wen schicke ich alsdenn? Und kann ich kurz vor dem 1ten October, wo ich viel Geld brauche etwas bekommen? Meine Bezahlung geht bis zu Band VIII No. 36 und 2 Dukaten darüber hinaus. Sollte ich zum 1 Octo. etwa 10 Th mehr bekommen können als ich zu fordern, so wird mir das mehr als lieb sein. Den Aufsatz aus den „Rosen“ habe ich für Escudier ausgearbeitet, die Curiosa bekommt er später. Was macht denn Hr. Rob. Friese, Friese, warum antwortet er nicht auf meinen Brief? warum bekomme ich die musikal. Zeitung noch immer nicht, die ich bis zum 6ten Band No. 32. besitze, und, wie ich ihm schon geschrieben, wenn es sein muß – bezahlen will. Und Sie, lieber Schumann vergessen nicht Ihr Versprechen: mein Lied von Shakespeare in die nächste Musikbeilage zu bringen. Was Besseres habe ich seitdem wohl nicht geschrieben, aber Längeres. Mein Himmel was ist das Lied von Spohr schön, in Op. 101. No. 3! Prächtig! Sollten Sie Mendelssohn sprechen, der Sie ungemein lieb hat, so grüßen Sie ihn herzlichst von mir, und sagen Sie ihm, daß ich nun vorläufig hierbleibe, da ich doch nicht weiß wohin, und mich in Wilna doch wohl noch mehr frieren dürfte, als hier in Berlin, wo ich, seit er fort ist, wieder mit einer ordentlichen Gänsehaut herumlaufe, – und daß ich ihm bald allerlei dummes Zeug schreiben werde. Grüßen Sie doch den Wieck und den Lorenz und wer sonst nach mir fragt, und schreiben Sie bald ein Paar Zeilen Ihrem recht sehr zugeneigten
F. H. Truhn.

[BV-E, Nr. 1082:] Mit kl. Notizen.

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 784f.
 

Fehlerbeschreibung*





Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.