15.07.2019

Briefe



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ID: 6194 Brieftext


Geschrieben am: 26.09.1837
 

Verehrtester Freund!
Was macht denn der deutsche Russe ist er noch bei Ihnen? Sie werden mehr Freude an ihm gehabt haben, als ich, der ich in dem weiten Berlin, bei der kurzen Frist nicht viel um ihn sein konnte; nicht wahr? es ist der leibhaftige Bennett in’s Russische übersetzt. Sind denn meine Weingeister noch keinem ehrbaren Verleger zu Kopfe gestiegen? Wenn’s nicht geht, so bitte ich Sie [sic] baldigst durch Schlesinger zurück; vielleicht geht es hier. Ein Meyerbeer kann wohl singen „Pah! das Gold ist nur Chimäre“ aber andere Leute denken anders. Beikommend erhalten Sie ein neues Liederheft Op. 21 zur Recension. Sehen Sie sich doch ’mal das Clärchen an, ich halte viel auf das stille G im sechsten Tackte 2te System „zum Tode betrübt“. Die Henkel sang es sehr schön. Gott! wie glatt und mittelmäßig war wieder die Recension von Rellstab über den Paulus. Das Werk ging übrigens im Ganzen leidlich; der Dirigent Hr. Schneider, Organist der Werderschen Kirche, betreibt leider alles so à la métier und ist als Dirigent etwas unbeholfen. Die Kapelle war sehr brav. Man hofft hier das schöne Werk im Winter unter Mendelssohns eigenem Wink zu hören. Spontini hat neulich eine erste Quartettprobe von seiner Agnes von Hohenstaufen gehalten, und zwar mit 12 Violinen 6 Cello’s etc. Was sagen Sie dazu? Nächstens wird er hoffentlich die Clavierproben auf 3 Pianoforte’s à quatre mains halten.
Wann kommen Sie denn einmal nach Berlin? oder wann schreiben Sie Doppelschneidiger Florestan und Eusebius.
Gott befohlen
Ihr
F. H. Truhn.

Berlin d 26 Sept. 1837.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Robert Schumann
Redakteur der neuen Zeitschrift
für Musik.
Leipzig
im rothen Collegium
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Beikommend: Ein Heft Musikal.

[BV-E, Nr. 725]

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.17, S. 755-758
 

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