19.12.2019

Briefe



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ID: 6198 Brieftext


Geschrieben am: Montag 02.10.1837
 

Werthgeschätzter Freund!
Entschuldigen Sie den Mollest, den ich Ihnen mit meinem Manusc. gemacht, aber was thut man nicht, wenn man Geld braucht, – wenn man’s so sehr braucht! – Das Manuscr. habe ich durch Trautwein, der mir den Brief schickt, nicht erhalten, ich nehme daher an, daß Sie es noch haben. Sollte Hofmeister in dreien Tagen nicht nach den Liedern schicken, so haben Sie wohl die Güte nach dieser Frist bei diesem noch einmal nur anfragen zu lassen, ob er’s wollte, wo nicht, so bitte ich es umgehend durch uchhändlergelegenheit an Schlesinger oder Stackebrandt zurück. Trautwein wohnt mir zu weit. Seyen Sie nun wieder schön Eusebius, das heißt liebenswürdig, und ich verspreche: diesmal war’s das letztemal, wo ich mit solchen Geschäften komme! Wahrhaftig! – Den Winter 18 37/38 bleib ich jedenfalls in Berlin auch wohl länger. Ich nehme daher Ihren Antrag an, und erwarte das Nähere. Befürchten Sie nicht, daß ich so leichtfertig schreiben werde, als damals in Leipzig die Zeilen über Danzig. Ich werde ruhiger, ernster sein. Ob ich zum Winter nach Leipzig komme glaub ich kaum, zu Ostern aber komme ich gern. Ich freue mich, daß auch Ihnen der Gerke so lieb’ geworden, – ich konnte mir’s denken. Wenn der liebe Kerl nur gut über die Ostsee kommt; die ist im Herbste sehr bös’ – wie ich selbst aus Erfahrung weiß.
Macht es Ihnen Bester kein sonderlich Beschwer, so bitte an mich mit lateinischen Buchstaben zu schreiben, – es wird mir gar sehr sauer Ihre Handschrift zu lesen.

[BV-E, Nr. 730, dat. 2. Oktober 1837]

  Absender: Truhn, Friedrich Hieronymus (1602)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 758f.
 

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