19.12.2019

Briefe



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ID: 654 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 13.06.1838
 

Leipzig, den 13ten Juni 1838.
Verehrtester Herr,
Ihren letzteingeschickten Aufsatz hab ich mit großer Freude gelesen und gleich zum Druck gegeben, wo Sie ihn denn in Nr. 48 finden werden. Sie haben mir aus der Seele gesprochen, fast in jedem einzelnen Worte. Ihre ferneren Beiträge sollen mir willkommen sein. Schon längst hatte auch ich im Sinn, gegen gewisse Theorien zu Feld zu ziehen, im Grunde gegen Alle. Wie Sie aber möchte ich es gleich lieber praktisch zeigen; d. h. ich schreibe nur gezwungen Buchstaben, und am liebsten gleich Sonaten und Symphonien. Mich mit Ihren Compositionen bekannt zu machen, verschieben Sie nicht auf eine Gelegenheit, und schicken mir bald, wenn nicht durch Post, so durch Schlesinger was Sie von Ihren Compositionen entrathen können. Ihre Ansichten spannen mich freilich sehr hoch und Sie haben viel zu geben. Ich bitte Sie, Ihr Versprechen bald zu erfüllen. Auch die schriftlichen Beiträge vergessen Sie nicht, und wo möglich einen Feldzug gegen die Philister, wie im vorigen.
Bleiben Sie mir wohlgesinnt
Ihrem
ergebensten
Robert Schumann

  Absender: Schumann, Robert (14753)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Hirschbach, Hermann (715)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
234f.
 

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