15.07.2019

Briefe



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ID: 6761 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 09.07.1836
 

Lieber Schumann!
Dank für’s Uebersandte! ein höchst romantisches Titelblatt erhälst Du in diesen Tagen um es zu komponiren denn darauf wett ich daß Dir beim Beschauen desselben noch mehr Musik einfällt Du würdest es gleich erhalten haben wenn ich nicht eben an einem bestellten Bilde arbeitete auch brauch ich einen Tag um Deinen überaus deutlich geschriebenen Brief zu entziffern.
Nun bitt ich Dich aber ernstlich daß Du mir umgehend den vollständigen Bach schickst, daß ist nicht nur Christen und Redacteurpflicht sondern auch Pflicht des Freundes gegen den Freund, die 3te Abtheilung ist freilich sehr forcirt aber das liegt nicht sowohl an der Eile als an der Furcht, Du würdest mir wieder die Hälfte streichen das ist eine Untugend die einen armen Autor zur Verzweiflung bringen kann, so! wenn ich Dir nun hin u wieder aus der Clara-Sonate einen Satz oder auch nur einen Tact striche? Übrigens hab’ ich mich über dieses Stück sehr gefreut es Friedemann’t viel drin, Du das ist schon gut, aber damit Du nicht selbst zum Friedemann wirst, so machs bald wie ich: Nimm Dir ein Weib Wer ist denn deine „Natalia“ Clara oder Wina oder Ernestine?
An dem Gluck will ich arbeiten und dabei tüchtig an meinen Namen denken aber der Teufel soll mich holen wenn Du ihn unter 4 Louisd’or in Bausch u Bogen erhälst ich kann nicht anders, denn ich erwarte einen schreienden Zeugen meiner keuschen Gluth
Schicke den Bach bald!!!
Nun leb wohl Alter, grüße Wiek, Bank, Clara pp pp pp ich bin u bleibe mit Estim
XXXX
Dein
J. P Burmeister/Lyser

Dresden den 9 Juli 1836

  Absender: Lyser, Johann Peter (995)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 714ff.
 



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