19.12.2019

Briefe



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ID: 705 Brieftext


Geschrieben am: Montag 03.01.1842
 

Leipzig, den 3ten Januar 1842.
Verehrtester Herr,
Schon vor einiger Zeit schrieb mir unser gemeinschaftlicher geehrter Freund Hr. v. Zuccalmaglio, daß Sie nicht ungeneigt schienen, mir über das musikalische Leben Berlins zu berichten. Wie mir denn praktische Musiker immer die liebsten sind, so würde es mich freuen, wenn wir uns über ein solches Verhältniß vereinigen könnten. Wünschen Sie strengste Namensverschwiegenheit, so dürfen Sie auf mich rechnen. Ueber alles Andere sehe ich einer freundlichen baldigen Antwort von Ihnen entgegen. Die Tendenz der |2| der Zeitschrift selbst, hoffe ich, ist Ihnen keine unbekannte. Daß allen ausgezeichneten Geistern aller Epochen ihr Recht geschehe, war von jeher mein Streben. Sich über einzelne Namen auszusprechen, bedarf es unter Musikern nicht. Möchten die Guten immer zusammenhalten, um den Guten Platz zu machen, den ihnen gebührenden Rang anzuweisen und zu erhalten. Auch Ihr Wirken ist mir nicht unbekannt und so hoffe ich auf einen guten Zusammenklang.
Daher hoffe ich von Ihnen, geehrter Herr, zu hören, und empfehle mich
hochachtungsvoll
Robert Schumann

Sr. Wohlgeboren
Herrn Componist Franz Commer
zu erfragen in der Musikhandlung
der HH. Bote u. Bock
in
Berlin.
frei.

  Absender: Schumann, Robert (15143)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Commer, Franz (320)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
114f.
 



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