15.07.2019

Briefe



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ID: 7089 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 10.06.1835
 

Verehrtester Freund!
Ueberbringer dieses, Hr. Wille aus Berlin, ist ein junger Mann von Talent, der sichs um die Kunst hat hier sauer werden lassen.
Von seinen Sachen sind mir zwar bis jetzt nur zwei Mskpte, die er mir vorgelegt hat, bekannt geworden, die jedoch viel glückliche Züge enthalten, u. namentlich Talent u. Sinn verrathen, für den Gesang zu schreiben, woran es leider in Deutschland so sehr fehlt u. uns doch nothwendig ist, um gegen die italienische Rosenwasserfluth zu kämpfen. Diese will aber freilich nicht durch die bitteren Schnäpse, sondern durch weinhaltige, zugleich blumenduftige Getränke bei der Menge bekämpft seyn. Können Sie meinem Schutz-Empfohlenen in Leipzig auf eine oder die andere Art freundlich oder nützlich werden, so denken Sie, daß Sie es mir in ihm sind. Den versprochenen Aufsatz sende ich Ihnen zuverlässig zum 18ten wenigstens den Anfang; früher aber ists mir nicht möglich.
Herzliches Lebewohl
Der Ihrige
L. Rellstab
Berlin 10t Juni 1835.

An
Hrn. Schumann
Wohlg
Componisten u berühmten Klavierspieler
Leipzig
d. G.
Herrn Friedrich Wieck
Wohlgeboren
hier

  Absender: Rellstab, Ludwig (1251)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 526ff.
 



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