15.07.2019

Briefe



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ID: 7133 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 05.10.1842
 

Geehrtester Freund,
wenn Sie mir Ihre Theilnahme bewahrt haben, so erlauben Sie mir, Sie recht angelegentlich zu bitten, der Aufführung meiner Oper „Rienzi“ in Dresden beizuwohnen. Nach dem sorgfältigsten, u. von dem sämmtli-
chen Opernpersonale mit größter Liebe betriebenen Studium ist nun der 16te dieses Monates zur ersten Aufführung mit Bestimmtheit festgesetzt. Ich gestehe, daß ich derselben mit Freude entgegensehe, da ich sehe, daß sie in jeder Hinsicht ausgezeichnet werden wird: Alles verspricht sich einen tüchtigen Erfolg. Gott möge ihn mir geben, ich schmachte seit 10 Jahren darnach, so wie ich möchte – hervorzutreten. Ganz abgesehen von der Wichtigkeit, die Sie als Redacteur der respectirtesten musikalischen Zeitung für mich in solchem Falle haben müßen, liegt mir aber natürlich besonders auch daran, mich einem Künstler, wie Sie, recht nah bekannt zu machen, u. da ich unter einem ganzen Publikum nur auf sehr wenige Personen in diesem Sinne etwas zu geben habe, so können Sie leicht ermessen, wie glücklich Sie mich machen würden, wenn Sie durch Ihre Gegenwart die so schwache Anzahl dieser Personen vermehren wollten. Die Aufführung fällt Sonntag, also an einem Tage, wo Sie sich am leichtesten von etwaigen Beschäftigungen frei machen können; die Generalprobe ist Sonnabend Vormittag. Wollen Sie mir die Freude machen, zu kommen, so könnten Sie mir schreiben, ob ich Ihnen einen guten Platz besorgen soll.
Auf ein freundliches Wiedersehen hoffend bleibe ich wie immer
Ihr
ergebenster Freund
Richard Wagner

Dresden, 5te October 1842.
Waisenhausstraße, No. 5.

  Absender: Wagner, Richard (12918)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 66ff.
 



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