15.07.2019

Briefe



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ID: 7142 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 12.05.1843
 

Bester Freund,
wie befinden Sie sich? Werden Sie uns nicht bald einmal in Dresden besuchen? Ich war letzthin einen Tag in Leipzig, und kam nicht dazu, Sie zu sehen. – Wären Sie wohl so gut, die beigefügte Verwahrung in Ihrer Zeitschrift abdrucken zu lassen? –
Sind Sie fleißig? Ich will es endlich wieder werden; – seit sechs vierteljahr habe ich keine Note geschrieben! Zunächst habe ich eine größere – ½ Stunde dauern sollende – Gesangs-Composition für das bevorstehende Männer-Gesangsfest in Dresden zu liefern: zum Gegenstand hab’ ich mir genommen ein Gastmahl der Apostel mit der Ausgießung des heiligen Geistes. – Dann will ich meinen „Rienzi“ zusammenarbeiten für einen Abend: die auswärtigen Theater nehmen an der Theilung in zwei Abende zu großes Obstakel. Zunächst kommt er in Hamburg daran. – Mit dem „flieg. Holländer“ geht’s schnell; er wird gegen Pfingsten an drei Orten ziemlich zu gleicher Zeit gegeben, nämlich: Berlin, Cassel u. Riga. – Große Hoffnungen – wie man nun einmal ist! – hege ich für meine neue Oper, von der ich gegenwärtig das Textbuch fertig habe: es hat
3 Acte u. beruht auf einer Verschmelzung der Sage vom Tannhäuser mit der vom Wartburgkriege. Mit dem Sommer geht’s an die Composition.
Was treiben Sie denn? Erfährt man nichts?
Von ganzem Herzen der
Ihrige
Richard Wagner

Dresden, 12 Mai 1843.

  Absender: Wagner, Richard (12918)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.5, S. 85ff.
 

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