19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 7246 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 27.07.1841
 

Wiewohl ich vermuthen darf, daß Sie schon durch öffentliche Blätter auf das aufmerksam gemacht worden sind, um dessen Aufnahme in Ihre musicalische Zeitung ich Sie hierdurch ersuchen wollte, so wage ich es doch, diese Zeilen an Sie zu richten. Sie wissen, wie unwürdig und ungerecht man [Spontini] hier in Berlin behandelt hat; wie sich das Kammergericht sogar nicht gescheut hat, ihn zu neunmonatlicher Festungsstrafe zu verurtheilen. Die Verehrung für den großen Musiker, die Sie, wie ich glaube, mit mir theilen, veranlaßt mich Sie um folgendes zu bitten. Die vom Kaiser Franz autorisirte unter Vorsitz des Fürsten von Lobkowitz bestehende Gesellschaft der österreichischen Musikfreunde [zu Wien] hat nämlich dem Generalmusikdirector Spontini ganz kürzlich das Diplom als eines ihrer Ehrenmitglieder übersandt. – Es wäre schön, wenn Sie dieß als Notiz in Ihr Blatt einrückten als einen Beweiß, wie man im Auslande Berlin gegenüber die Verdienste des Mannes zu würdigen sich bemühe. Sollte diese meine Bitte schon zu spät kommen und Sie vielleicht schon eine Notiz davon zu geben beabsichtigt haben, so ist es ja um so besser. Wenn ich nächstens nach Leipzig komme, werde ich mir wieder die Freiheit nehmen Sie zu besuchen, und hoffentlich einmal so glücklich sein, Sie zu Hause zu treffen. Unterdessen empfehle ich mich Ihnen als
Ihr
ergebenster
G. v. Alvensleben

Berlin d. 27 Juli 41.

Dem
Redacteur der neuen leipziger musi-
calischen Zeitung Herrn Dr. R. Schumann
Wohlgeboren
zu
Leipzig
Inselstraße No 5.
frei.

  Absender: Alvensleben, Gebhard von (24)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 38f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.