19.12.2019

Briefe



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ID: 7373 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 01.08.1850
 

Leipzig, am 1sten Aug. 1850.

Theuerster Herr Doctor!

Es ist sehr liebenswürdig und nachsichtig von Ihnen, daß Sie sich erst noch einmal nach dem Schicksal der Ihnen übergebenen Gedichte erkundigen. Dr. Reuter hat sie mir, allerdings erst einige Wochen nach Ihrer Abreise, richtig wieder abgeliefert. Es hat mich ganz außerordentlich gefreut, daß Sie einige davon für werth und fähig erachtet zu haben scheinen, sie zu componieren. Der kleine Cyclus, den Sie vorzugsweise ausgewählt haben, umfaßt eine der glücklichsten Epochen meines Lebens. Man könnte diese Lieder vielleicht unter dem Titel „Ein Sommer in Franken“ herausgeben. Nur müßte ich bitten, das Geheimniß der Pseudonymität zu bewahren, besonders wenn Sie das etwas üppige Gedicht „Die Couverte“ wirklich mit componiren wollten. Leider schicke ich Ihnen diesen Brief noch immer nur als Vorläufer. Schon seit längerer Zeit mit einer größeren literarischen Arbeit beschäftigt, bin ich noch nicht dazu gekommen, Ihnen die <Geschi> Gedichte abzuschreiben, hoffe es aber nächste Woche thun zu können. Bitte, halten Sie einstweilen die Idee ja fest, und <S>sein Sie überzeugt, daß ich von Niemand in der Welt diese Sachen lieber componirt sähe, als gerade von Ihnen. Herzliche Grüße an Ihre liebe Frau.
Ihr
aufrichtigst ergebener
W. A. Lampadius.

Herrn Dr. Robert Schumann
in
Dresden.
frei.

  Absender: Lampadius, Wilhelm Adolph (907)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  SBE: II.19, S. 644f.
 



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