19.12.2019

Briefe



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ID: 7397 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 12.12.1843
 

Ew. Wohlgeboren,

haben mir durch die Gelegenheit, die Aufführung Ihrer trefflichen Composition zur Dichtung „das Paradies und die Peri“ besuchen zu können, einen unendlichen Genuß bereitet. Mögen Andere, die höher als ich in der Kunst stehen, auch gewandter und umsichtsreicher ein Urtheil zu fällen im Stande sind, sich über dieß Kunstwerk aussprechen. Doch kann ich nicht verschweigen, daß (hauptsächlich bei dem Text des Buches Seite 10 und 11) ich – der doch schon längst über die Jahre der sprudelnden Empfänglichkeit und der leicht aufzuregenden Empfindungen hinaus ist – im Innersten von dem Reichthum der zarten Melodieen und dem Schmucke einer kunstreichen und originellen Instrumentirung ergriffen und zu Thränen gerührt wurde. Als ein Bestreben, Ihnen für den empfangenen Genuß zu danken, erlaube ich mir, Ihnen ein bescheidenes Wiesenblümchen in beifolgenden Gedichten, die ich herausgab auf das Andringen meiner Freunde, von denen mir das Manuscript gerettet wurde, als ich abbrannte, zu überreichen. Vielleicht daß Eins oder das Andere Ihnen ein müßiges Stündchen ausfüllt.
Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin mich bestens empfehlend bin ich mit Hochachtung

Ihr
ergebenster
M.4 E. Anschütz.

Leipzig d 12ten Dezemb 1843.

  Absender: Anschütz, Ernst Gebhard Salomon (101)
  Absendeort:
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 19
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1828 bis 1878 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2018
ISBN: 978-3-86846-029-2
63f.
 



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