An Castelli in Wien.
Am 28/4 32.
Der Unterzeichnete erlaubt sich, Ew Wohlg. zwey Werke, die ersten, die sich mit s. Namen an die Sonne wagen, zur gefälligen Beurtheilung im mus. Anzeiger vorzulegen. – Weniger für den feinen Redacteur, als für den gemüthlichen Dichter (s. Fink) füge ich den Papillons über ihr Entstehen bey, daß der Faden, der sie umschlingen soll, schwer zu faßen ist, wenn der Spieler nicht weiß, daß das Ganze nach Lesung der Schlußscene in Jean Paul’s Flegeljahren componirt ward. Ew. Wohlgeboren erinnern sich vielleicht dieses fantastischen Larvent<s>anzes u. der Worte, die das Werk schließen: Noch aus der Ferne herauf pp. Wenn ich Sie bitte (pp. s. Brief an Fink) – Ueber die Abeggvariationen sag’ er nichts, da es klar liegt, was sie wirken sollen u. für wen sie geschrieben sind.
Noch Eine andre Angelegenheit ist die Ursache dieses Briefes. Ew. Wohlg. finden in der gedrukten Beylage eine Rezension von mir über Chopin’s schöne Don-Juan Variationen. Aus Versehen ist dieses Gedrukte nur die Hälfte der ganzen u. der hiesige Redacteur, der die Sache für geschloßen hielt, bat mich die andre geschriebne Hälfte wieder zurükzunehmen. Vielleicht liegt es nicht außer dem Intereße des Herrn Haslinger, wenn er das Ganze im mus. Anzeiger (vielleicht in einer Beylage) mit meinem Namen erscheinen ließe, da es ohnehin, glaub’ ich, im mus. Anzeiger noch nicht beurtheilt worden ist. Ich ersuche Ew Wohlg. mich Ihre Entscheidung über diesen Antrag wißen zu laßen, u. ihn nur der Verehrung für Chopin’s Talent u. meinem Grundsatz, nichts Halbes zu geben, zuzuschreiben. Meine Addreße ist N. Neumarkt, 641.
Mit dem aufrichtigen Wunsche, pp.
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