An Julius Mosen in Kohren,
Vom 7ten August. 33.
Mein verehrter Herr,
Sie erinnern sich wohl kaum an eine lange u starkeGestalt, die vor etwa zwei Jahren in lustiger Gesellschaft <gern u. stark bayrisches Bier trank> ┌mit Ihnen zusammen war┐, wenig sprach u. Ihnen zuweilen <keck> in’s Auge sah.War’s nun, was ich in diesem entdeckte, etwas vom Rubin, der nicht allein egoistisch einsaugt, sondern auch freudig ausströmt, oder sonst etwas Andres, aber den Blick glaubte ich schon früher u. nach Ih¬rem damaligen plötzlichen Verschwinden später oft im Traume gesehen zu haben.
Wenn ich Sie <ersuche> ┌bitte┐, diesen <Brief> Zeilen als Vorläufer einer längeren nachfliegenden Briefschaft anzunehmen, so erscheine ich noch überdieß heute im Waffenrock u. Schild, im Auftrag einer Corpo¬ration, und deren Ersuchen, zur nachstehenden eine neue musikalische Zeitung einleitenden Clausel Ihre Zustimmung einzuhohlen. Sie heißt aber so:
„Es ge<währt>┌reicht┐ dem Verleger d. Ztschrift zum Vergnügen zu berichten, daß er für sein Unternehmen mehrere achtungswerthe ┌in d Hpt<>sache einer Kunstansicht zugethane, ┐Künstler, Dichter u. Ge¬lehrte |2| gewonnen hat, von denen er nahmhaft hat als mitwirkend für den kritischen Theil, d. Herren <Dr. Bergen,>Ortlepp,Franz<,> Otto,Aug. Schuster<,>(für Oper u. Lied), d. Hh.J. Knorr,Fr. Wieck<,>(für Pianofortemusik), <für> die Herren u. s. w –, für Musikalisch-Bel¬letristisches u. <allgem> Kunstästhetisches (im weitern Sinn), d. Herren W. von der Lühe,Lyser,Jul. Körner,Mosen, Schumann, G. Schöne,Spatzieru. s. f.
Dem Nachbar zur Rechten erfüllen Sie wohl die Bitte, ihm <von> Ihre<r> Entschließung in einer zweizeiligen Antwort zu berichten?
Nun noch die Frage: ob Sie vielleicht für die ersten Nummern, die schon als Probeblätter Ende October ausgegeben werden, etwas liefern könnten, etwa ein zur Composition passendes Gedicht, da diese Gattung nicht ausgeschloßen bleibt, oder, oder, – mit Freude sag ich’s, eine musi¬kalische Novelle, die ja Ihre ganzen Geisteselemente in neuen südlichen Aufruhr versetzen muß, in ein herrlich Gottesstadtleben.
Kann Ihnen auch jezt wenig dagegen geboten werden, so glaubt die Redaction, da das Unternehmen sehrschön begründet ist, mit S<>icherheit in späterer Zeit allen Ihren Wünschen zuvorkommen zu können.
Antworten Sie mir mit einzigen Ja u. nehmen Sie den kurzen Brief als Liebeszeichen wohlwo<h>llend auf von
Ihrem Sie hochverehrenden
RSch.