19.12.2019

Briefe



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ID: 815 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 17.08.1838
 

Leipzig, den 17ten August 1838.
Schon längst sah ich nach einer Nachricht von Ihnen auf; meinen besten Dank für die letzte. Den Aufsatz über Möser rathe ich Ihnen nicht drucken zu lassen. Sie machen Sich unnöthig Feinde, erfahren Widerrede, müssen dann antworten, und das kostet alles Zeit und geändert wird am Ende wenig genug. Auch sind Ihre Worte zu heftig. Lieber schicken Sie mir Ihre „Betrachtungen“, die schönsten Uebersetzungen Ihrer Musik, Ihre Gedanken über die musikalische Zukunft, über den Verfall der deutschen Oper, und was Sie sonst wollen. Ein Beitrag für die musikalische Beilage dürfte nicht über drei Seiten groß werden, worauf sich schon etwas sagen läßt. Bitte, denken Sie daran! Mein Urtheil wird dann offen sein. Die nächsten drei Beilagen sind indeß schon ziemlich gefüllt, daß Sie Sich Zeit nehmen können. Vor Allem schicken Sie mir also die Betrachtungen wenn möglich. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen gesagt, daß ich eine Reise vorhabe: weshalb ich viel Manuscript beschaffen muß. Sie thun mir also auch einen Freundschaftsdienst.
Mit bestem Wünschen und Hoffen
Ihr ergebener
R Schumann.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Componist Hermann [sic] Hirschbach
Neue Friedrichsstraße
Nro. 29.
Berlin
frei

  Absender: Schumann, Robert (14753)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Hirschbach, Hermann (715)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 17
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1832 bis 1883 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-028-5
244f.
 

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