25.02.2022

Briefe



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ID: 827
Geschrieben am: Montag 16.09.1839
 

Berlin, den 16ten September 1839.

Mein verehrtester Herr Advocat,

der beifolgende Brief wird Ihnen allerhand zu denken geben. Meiner Meinung nach darf Klara den Antrag nicht zurückweisen, der wenigstens den Schein einer Aufrichtigkeit für sich hat. Vor Allem müssen wir aber mit Ihnen sprechen. Wir machen <als> uns also schon Morgen Abends nach Leipzig auf, wo wir Mittwoch nach Tisch dort eintreffen und Sie in den Stunden von drei bis fünf zu Hause zu treffen hoffen. In keinem Falle nehmen wir natürlich die Klage eher zurück, als Hr. Wieck sich auf eine oder die andere Weise erklärt. Vielleicht daß wir es noch in Frieden erlangen. Ihren Brief mit der Meldung der Vorladung hab ich erhalten und danke Ihnen herzlich für die Beschleunigung.
Auch von Graf aus Wien hat Klara gestern Antwort bekommen, in welcher er den bewußten Flügel als ein von ihm an Klara „verehrtes Souvenir“ ausdrücklich anerkennt. So scheint sich denn Alles zu unsern Gunsten zu kehren. In dieser frohen Hoffnung begrüß’ ich Sie mit Klara als
Ihr
ergebenster
Robert Schumann.

Seiner Wohlgeboren
Herrn Advocat Einert
in
Leipzig.
In Classig’s Kaffeehaus
zwei Treppen hoch.
fr.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Einert, Wilhelm (414)
  Empfangsort:
  SBE: II.19, S. 373ff

  Standort/Quelle:*) D-LEu, s: Rep. III 1f (Acta privata)
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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