15.07.2019

Briefe



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ID: 8372 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 22.01.1850
 

Dresden d. 22 Jan. 1850

Lieber Herr Voigt,
spät kommt Lieschen’s Dank, Sie wissen aber gewiß aus Erfahrung, was es heißen will, wenn ein Kind einen Brief schreiben soll, wie viele unglückliche Bogen da bei Seite geworfen werden! Sie haben sie und uns durch Ihre große Freundlichkeit sehr überrascht – nehmen Sie auch unseren schönen Dank. Bald, hoffe ich, sehen wir Sie in Leipzig, da wir nun endlich Anfang Februar zur Oper hinunter kommen. Dann, denke ich, sehen wir uns öfter, denn 4–5 Wochen bleiben wir; ich freue mich sehr auf diese Zeit, da wird man musikalisch wieder einmal recht aufgefrischt! hier hören wir nur Etwas, wenn wir’s uns selbst vorspielen! –
Von der Aufführung der Peri haben Sie vielleicht gehört, sie wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen, und 8 Tage darauf wiederholt. Außerdem gab ich mit Schubert vier Soireen, die Fünfte soll Sonnabend und die Sechste im Februar statt finden. – Am Propheten wird hier gehörig studiert die Musik soll aber sehr schlecht sein.
Vom Robert soll ich Ihnen Beiden schönsten Gruß sagen – er freut sich mit mir Sie und die liebe Bertha bald zu sehen. Mit Elisens Brief nehmen Sie Fürlieb – sie hat ihn ganz ohne alle Hülfe geschrieben, ich wollte sie sollte sich selbst ein wenig anstrengen – sehr schön ist er freilich nicht geworden.
Freundlichen Gruß, lieber Herr Voigt, von
Ihrer
Ihnen wahrhaft ergebenen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Voigt, Carl (1627)
  Empfangsort:
  SBE: II.15, S. 124f.
 



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