19.12.2019

Briefe



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ID: 8392 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 29.06.1850
 

Lieber Herr Reinick,
nur zwei Worte! Die Oper ist nun zwei Mal gegeben worden, und mit immer gesteigertem Beifall; ich weiß, es freut Sie, dies zu hören, daher melde ich es Ihnen. Mein Mann wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen, empfangen, gerufen ect. Die beiden Vorstellungen hat er selbst geleitet, Morgen aber will er sich’s einmal von weitem anhören! – Die Besetzung war sehr gut, nur ist hier die äußere Ausstattung natürlich nicht so, wie in eines Residenz. Die Rolle der Margaretha wurde sehr vortrefflich dargestellt, überhaupt gaben sich Alle die größte Mühe.
Wie oft bedaure ich, daß Sie nicht hier sein konnten, auch Hübner und Bendemann waren uns nicht treu! so geht’s immer im Leben, auf Die man am sichersten rechnet, die fehlen, wenn’s darauf und daran kommt! –
Ich will Ihnen und Ihrer lieben Frau recht von Herzen guten Erfolg des Bades wünschen! Robert fügt meinen Grüßen die Seinen bei, und hofft mit mir Sie noch zu sehen, ehe wir von Dresden fortgehen.
Gedenken Sie zuweilen freundlich
Ihrer
sehr ergebenen
Clara Schumann.

Leipzig d. 29 Juni 1850

Preussers tragen mir die schönsten Grüße an Sie Beide auf.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Reinick, Robert (1246)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
830f.
 



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