19.12.2019

Briefe



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ID: 8664 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 20.03.1855
 

Stralsund d. 20 März
Dienstag

Sie sind mir aber doch gar nicht ein wenig gut! da schicke ich Ihnen so herrlichen Brief von Ihm, denke ich soll wenigstens eine Zeile der Freude von Ihnen empfangen, aber Nichts! nein, wirklich auf Brief von Ihnen muß man nie hoffen, ich will’s auch nicht mehr thuen! aber sehen, einen Augenblick am Donnerstag Mittag, möchte ich Sie doch! ich reise Früh von Berlin ab, heute Abend nach Berlin. Mit Spielen bei’m König ist doch Nichts, sonst hätten Sie mir’s wohl mitgetheilt! also lassen Sie mich wenigstens Sie sehen, und die Hand drücken, die ich wohl öffter sähe, wäre sie eben nicht Joachim’s! Es ist doch recht schlimm, wenn man solchen Freund hat, Dem man nie recht ordentlich bös sein kann! man würde darnach doch das Herz etwas erleichtert fühlen, wenn man den Zorn auch einmal recht ausgelassen hätte! nun aber in vollem Ernste, ich bin ein Wenig bös, aber viel, viel mehr Ihnen gut, und so grüße ich Sie auch heute innigst liebend und verehrend
Ihre
Clara Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
198
 



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