19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 8668 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 28.03.1855
 

Düsseld. d. 28 März 1855
Hochgeehrter Herr,
vor Kurzem, noch auf meiner Reise, hörte ich, daß Sie Erkundigungen nach mir eingezogen um mich zum Spiel bei Ihrer Durchlaucht der Fürstin einzuladen. Ich weiß nicht, ist dem so oder nicht, jedenfalls wollte ich Ihnen mittheilen, daß ich jetzt wieder hier bin, und wohl mit Freude bereit wäre, bei Hofe in Detmold zu spielen, und vielleicht, wenn sich Jemand fände, der es arrangirte, eine Soirée in der Stadt zu geben. Hätte ich für Beides dann eine Garantie von 40 Louisd’or, so wäre ich damit zufrieden! wäre jedoch zu einer Soiree nicht zu rathen, und mir nur die Aussicht auf eine Soiree bei Hofe gestellt, so machte ich natürlich nur auf die Hälfte Anspruch. Natürlich ist mir Beides vereint lieber. Sie werden gütigst entschuldigen, wenn ich so ohne Weiteres Forderungen stelle, jedoch finde ich immer besser in solchen Dingen frei heraus zu sprechen und sich gegenseitig dann darüber zu verständigen.
Es würde mir eine wahre Ehre und Freude sein das Glück zu haben Ihrer Durchlaucht der kunstsinnigen Fürstin persönlich vorgestellt sein, und zeichne ich mich, hochgeehrter Herr, eine baldige Antwort erbittend
Ihre
ergebene
Clara Schumann
geb. Wieck.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
Empfänger: Rivalier von Meysenburg, Sophie (15228)
  Empfangsort: Detmold
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
667
 

Fehlerbeschreibung*





Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.