15.07.2019

Briefe



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ID: 8681 Brieftext


Geschrieben am: 03.05.1855
 

Düsseld. d. 3 Mai 1855

Liebe Bertha,
herzlich gern nehme ich Deine liebe Ottilie bei mir auf, nur muß sie Fürlieb nehmen mit mir in meinem Schlafzimmer, daher ist’s mir auch unmöglich, was ich so sehr gewünscht hätte, Deinem lieben Manne ein Asyl in meinem Hause anzubieten. Ich werde Ihm nun später im Hotel ganz in meiner Nähe ein Zimmer miethen. Es ist im Hotel bequemer, und während der drei Festtage auch nicht theuerer, denn eine Privatwohnung auf 3 Tage erhält man auch nicht billig, und, wie gesagt, sehr viel unbequemer. Billets habe ich gleich gestern noch bestellt, für die drei Tage das Billet 3 rh – zu den <>Proben kauft man sich an der Kasse später. Ganz vorn waren keine Billets mehr zu haben, doch sind die Plätze Alle gleich gut, wenn sie nicht eben ganz hinten sind. Es freut mich sehr, daß Dein Mann den schönen Entschluß gefaßt, kämest Du nur auch mit! ist das gar nicht möglich? Später meldest Du mir wohl noch die Ankunft der Deinigen! sie kommen wahrscheinlich am 26ten Abends 9 Uhr mit dem Courierzug? Von meinem Robert kann ich wohl Gutes sagen, doch noch immer nicht das Beste! Gott weiß, wie lange es noch dauern wird!
Schließlich, meine liebe Bertha schönsten Dank für den köstlichen Kuchen neulich, an dem sich mit den kleinen auch die großen Kinder erlabt haben, d. h. Brahms, meine Bertha und ich.
Leb wohl! Das Herzlichste Euch Allen von
Deiner
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Düsseldorf
  Empfänger: Voigt, Bertha (3059)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 142f.
 



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