19.12.2019

Briefe



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ID: 8829 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 06.08.1856
 

Verehrter Herr,
erlauben Sie mir, Ihnen hierdurch nochmals den innigsten Dank auszusprechen für alle Theilnahme, die Sie dem theuren Verewigten erwiesen. Der Worte habe ich nicht viele, noch faßt der Kummer all mein Denken und Fühlen in sich; doch, glauben Sie mir, warm empfand ich Ihre Güte! -
Sie waren so freundlich auch mir Ihren gütigen Beistand anzubieten, wo ich ihn bedürfte, so erlaube ich mir denn heute die Bitte, ob Sie wohl gütigst dem Todtengräber sagen ließen, daß er doch recht bald das Grab des Geliebten mit Rosen belegt; ich komme (auf einer Reise begriffen) nächste Woche auf 2 Stunden nach Bonn, und möchte nicht gern das Grab kahl finden! Dann wollte ich Sie auch ersuchen mit dem Todtengräber gelegentlich zu sprechen, daß er das Grab immer so gut wie möglich hält, er soll mich nur wissen lassen, was ich Ihm dafür geben soll - es soll mir nichts zu viel sein, nur das es immer frisch und schön anzusehen ist.
Schließlich nehmen Sie zu allem Dank noch den für das gütige Anerbieten Ihrer Wohnung für längeren Aufenthalt in Bonn; mit Freunden werde ich davon Gebrauch machen, fügen es irgend die Umstände; daß ich länger dort verweile.
Darf ich bitten mich Herrn Bürgermeister Gerhardts dankend zu empfehlen, und genehmigen Sie die Versicherung der aufrichtigsten Ergebenheit
Ihrer
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Kaufmann, Leopold (Bürgermeister) (2488)
  Empfangsort:
 



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