19.12.2019

Briefe



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ID: 8872 Brieftext


Geschrieben am: Montag 05.01.1857
 

D. 5 Jan. 1857

Liebster Joachim,

das sind ja lauter Querstriche, Hoftrauer, Pauer mit Beethov. Concert! Ich spiele nun kein Beeth Concert, sondern lieber Roberts A Moll Concert, oder Eines von Mendelssohn, wie Sie wollen, und schlage dann als Ensemble das Haydnsche Trio in G dur, welches wir hier gespielt vor. Ist Ihnen das Recht? ich schreibe gleich an Johannes daß er Roberts Concert nach Hannover schickt, was Sie doch, glaube ich, wählen werden. Wäre es nicht, um Ihnen keine Verlegenheit zu bereiten, ich käme nicht – sollte Platen lieber Pauer dazu engagieren, so schreiben Sie es mir, dann trete ich zurück – als Hinderniß jetzt, sieht Platen mich vielleicht doppelt unfreundlich an! Die Sache verstimmt mich sehr. Ich komme Freitag Mittag wahrscheinlich, vielleicht auch schon Donnerstag. Die Stimmen zu Hermann bringe ich wahrscheinlich mit. Härtel war eben bei mir und klagte sehr, daß Sie Ihm gar nicht antworten, wenn es nur zwei Worte wären, das<> [sic] sie nur wüßten, woran sie wären! Thuen Sie es doch, Sie Unverbesserlicher! Hat Johannes sein Rondo? ich hoffe es sehr für Ihn. Adieu – seyen Sie nicht bös über diese eiligen, verdrießlichen Zeilen. Haben Sie ein Mendelssohnsches Concert gewählt (etwa das G moll) so schreiben Sie mir gleich ein Wort, damit ich Stimmen ect. Alles mitbringe, oder besser ist’s wohl, ich lasse aus Vorsorge das G moll Concert mitschicken von Johannes. Ich muß es aber doch gleich wissen, um es zu studieren.
Mir ist Alles recht, nur nicht Beethoven, und Mozart jetzt, da Pauer das Es Concert spielt. Ihrer Antwort harrend, auf freundliche Nachsicht hoffend
Ihre
Cl. Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
310f.
 



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