19.12.2019

Briefe



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ID: 8912 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 10.09.1857
 

Düsseld. d. 10 Septbr. 1857.

Liebster Joachim,

seyn Sie mir nicht bös, ich kann aber keine Soiree in Köln mit Ihnen geben! Sie haben keinen Begriff in welcher Unruhe ich jetzt stecke, an Spielen ist nicht zu denken, ich ängstige mich halb todt, wenn ich nur an öffentlich spielen jetzt denke. Lassen wir es doch lieber bis zum Frühjahr, ehe ich nach England gehe, dann thuen wir es in Köln, Elberfeld und hier, dann ist auch gewiß die Zeit günstiger, als jetzt, wo die reichen Leute noch gar nicht von ihren Reisen zurück sind. Seyn Sie nur nicht bös, aber es <> geht wahrhaftig nicht. Es pocht und hämmert und sägt um mich herum, daß man keinen Gedanken fassen kann – verzeihen Sie diese schrecklichen Zeilen. Schreiben Sie bald wenn Sie kommen? ich lasse mir die paar Tage, die Sie mir noch versprochen nicht nehmen.
Leben Sie wohl.
Von Herzen
Ihre
Cl. Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
344f.
 

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