19.12.2019

Briefe



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ID: 9015 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 08.01.1860
 

Berlin d. 8 Jan. 1860.
Lieber Herr Radecke,
das will sich jetzt mit dem Musikstudium meiner Julie gar nicht recht machen, sie hat so sehr viel für die Schule zu thuen, und strengt sich dabei so an, daß ich mich genöthigt sehe, bis Ostern, wo sie wahrscheinlich ganz aus der Schule kömmt, die Musik hintenan zu setzen. Jedoch die eine Theoriestunde, die Sie Beiden gaben, würde ich nicht gern auch missen, darf ich Sie nun bitten Dieselbe fortzusetzen? Wegen des Clavierunterrichts frage ich dann später wieder bei Ihnen an – Ihre Zeit wird im Frühjahr auch weniger sparsam Ihnen zugemessen sein, und ich hoffe, daß Sie dann mit derselben Bereitwilligkeit meinen Wunsch erfüllen, wie Sie es jetzt thaten. Ist es Ihnen recht die Stunde bei Freitag 4 Uhr zu lassen? Morgen Nachmittag geht es nicht, weil ich einen Fremden-Besuch erwarte. Wollen Sie gefälligst eine Ihnen bequeme Stunde festsetzen – Sie brauchen es mir nur durch ein Wort per Stadtpost zu sagen.
Mit dem Concert ist noch nicht’s bestimmt – Herr Liebig kam Freitag, aber ohne Probe!!! –
Bald hofft Sie zu sehen
Ihre
freundlich grüßende
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Radecke, Robert (1220)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
472f.
 



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