19.12.2019

Briefe



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ID: 9202 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 14.10.1860
 

Düsseldorf d. 14 Octbr. 1860

Lieber Joachim,

Tausend Dank für Ihren lieben, erheiternden Brief. So Manches ließe sich gegen Ihre Auffassung wohl sagen, nun mündlich noch darüber! Wie freut es mich, daß ich nun endlich einmal einer Ihrer Quartett-Soireen beiwohnen kann, und das Sextett von Johannes1 – welche Ueberraschung! Heute schrieb mir Joh. auch, daß er nach Hannover kommen wird, wie freut auch das mich! – Ich komme also Freitag Mittag; bitte, bestellen Sie mir ein gemüthliches Zimmer mit Schlafzimmer daneben, für mich und Marie. Sonntag werde ich aber wohl wieder fort müssen – nun wir wollen sehen. Könnten Sie aber nicht für die Tage ein Instrument von Kuhn zu Sich bekommen? und recht viel Noten (Haydn, Mozart) mit Joh. zu spielen? Wollen Sie den König wissen lassen, daß ich Freitag, oder (doch wohl) Sonntag bereit bin. Die Programme bringe ich mit – dann sprechen wir noch über Alles und schicken <d> gleich an Friedel das zur Ersteren. Mich empfing hier die Nachricht des Todes von Herrn Preußer, worüber ich sehr bestürtzt. So hat denn der Himmel der armen Frau auch die tiefste, unheilbare Wunde geschlagen! wie so schwer ist doch das Leben, man bleibt nur zurück um Eines nach dem Anderen scheiden zu sehen. Adieu, lieber theuerer Freund.
Wie immer herzlichst
Ihre
Cl. Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
565f.
 



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