15.07.2019

Briefe



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ID: 923 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 17.03.1838
 

[Auszug RSA II/1, S. 134 [gek.]:]

[...] Aber Clara, was ist denn mit Dir geworden? Du schreibst, ich solle Quartetten machen - aber "bitte recht klar" - das klingt ja wie von einem Dresdner Fräulein - Weißt Du, was ich zu mir sagte, als ich das las "ja klar, daß ihr Hören und Sehen vergehen soll". Jetzt klopfe mich auf die Finger. Ich verdien's und lachen muß ich neben bei. - Und dann "Kennst Du denn auch die Instrumente genau?" - Ei, das versteht sich mein Fräulein - wie dürfte ich mir [sic] sonst unterstehen!

[...]

Auf die Quartetten freue ich mich selbst; das Clavier wird mir zu eng; ich höre bei meinen jetzigen Compositionen oft auch eine Menge Sachen, die ich kaum andeuten kann, namentlich ist es sonderbar, wie ich fast Alles canonisch erfinde und wie ich die nachsingenden Stimmen immer erst hintendrein entdecke, oft auch in [sonderbaren] Umkehrungen, verkehrten Rhythmen pp. der Melodie schenke ich jetzt große Sorgfalt, wie Du wohl findest; auch da kann man durch Fleiß u. Beobachtung viel gewinnen. Aber freilich meine ich unter Melodie andere als italienische, die mir nun einmal wie Vogelsang, d.h. anmuthig zu hören, aber inhalt- und gedankenlos vorkömmt. [...]

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Wieck, Clara, verh. Schumann, Clara (3152)
  Empfangsort:
  SBE: I.4, S. 255ff.
 



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