19.12.2019

Briefe



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ID: 9428 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 09.01.1864
 

Düsseldorf d. 9 Jan. 1864.

Lieber Joachim,

nun habe ich endlich Ihre wundervollen Geschenke, muß aber mit der lieben Ursi zanken, daß sie mir das kostbare Buch geschickt, und kann ihr es nicht verhelen [sic] daß ihre lieben Worte, in ein kleines einfaches Notizbuch <ich> geschrieben, mir eine noch ungetrübtere Freude bereitet hätten. Ich werde es nun aber zu dem schönsten „Auszuge schöner Stellen aus Dichterwerken“ benutzen, und da werde ich mich wohl bald der Prosa entäußern, und mich freuen, daß das Buch so schön und von der theueren Ursi ist. Nun aber auch Ihnen den herzlichsten Händedruck für die reizenden Holzschnitte – ich will nicht noch ’mal zanken, das erste mal gilt es Ihnen schon mit. Ihren Brief erhielt ich gestern in Cöln, und war froh zu hören, daß Sie ein wenig Freude an meiner Gabe hatten – ich denke bald soll sie sich noch besser präsentieren. Ich kann meine Abreise nach Hannover leider erst auf d. 15ten setzen – Sie haben doch am Tage des Concerts noch eine Probe? oder nicht? dann müßte ich es einzurichten suchen, schon Donnerstag zu kommen. Bitte, sagen Sie mir das recht bald noch genau. Ich muß nächste Woche noch ’mal nach Cöln für verschiedene Besorgungen, und auch die 9te! Glauben Sie, daß ich am 17ten bei Hofe spielen könnte? oder etwa d. 15ten? könnten Sie es vielleicht erfahren, so wäre es mir lieb. Sie und Ursi Schlittschuh laufen – wie hübsch muß das aussehen! daß aber die Arme es gleich büßen muß, ist hart. Hoffentlich ist sie jetzt schon wieder wohlauf. Herzlichste Grüße ihr wie Ihnen, theuerer Freund,
von
Ihrer
Cl. Schumann.

NB. Es kommt ein Flügel von Erard aus Cöln: <poste restante> Bahnhof restante zu Ihrer Verfügung; bitte, ersuchen Sie Kuhn sich desselben bei’m Auspacken und Aufstellen (am besten wohl gleich im Saale) anzunehmen, und gleich zu sehen ob er im Kammerton steht, ich habe ihn nämlich in hoher Stimmung (wie er war) gelassen. Hätten Sie aber Pariser Stimmung so wäre das nöthigste ihn gleich herunterzustimmen, und jeden Tag nachzustimmen, sonst steht er nicht. Bitte, versorgen Sie mir dies, es ist ganz wichtig. Wissen Sie, daß Piatti am 12ten in Cöln spielt? ob wohl das junge Mädchen mit ihm ist?

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
754ff
 

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