15.07.2019

Briefe



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ID: 9485 Brieftext


Geschrieben am: 17.10.1864
 

Baden d. 17 Octbr 1864.
So eben, lieber Herr Levi, erhalte ich von meinem Ludwig einen Brief worin er sich ganz entschieden erklärt, daß er nicht wieder aufs Gymnasium will; ich sehe nun auch keinen Nutzen darin, wenn ich selbst deshalb nach Carlsruhe komme, und meine Zeit ist so beschränkt, daß ich nur im Nothfall einen Tag opfern könnte. Ich bitte Sie nun Hrn. Allgäuer von mir herzlich zu bitten, daß er mit Ludwig noch einmal recht ernst über die Sache spreche, es beunruhigt mich ganz entsetzlich und doch mag ich den Jungen auch nicht zwingen –
Sehe ich Sie diese Woche noch einmal? Kommen Sie Mittwoch? ist hier Oper? ich lüde Sie so gern ein, aber, es wird Ihnen jetzt so leer vorkommen ohne Johannes. Wollen Sie aber dennoch kommen, so finden Sie mich die ganze Woche, nur am Dienstag (morgen) Abend nicht.
Herzlichen Gruß
von Ihrer
Cl. Sch.

Eiligst.

Leider erhielt ich J. Lieder zurück, bin recht bös darüber. Einige Noten für Sie liegen bei mir zurecht.

P.S. Eben will ich zumachen, da kömmt Ihr lieber Brief, für den ich Ihnen recht von Herzen danke – ich erkenne darin eine freundschaftliche Gesinnung die mir nur immer innig wohl thuen kann. Haben Sie Dank!
Ich komme also nicht hinüber, zum beobachten gehört mehr Zeit als ein paar Stunden, und Sie haben mich sehr beruhigt.
Addio nochmals!
Was meinen Sie zu einer Soiree am 2ten oder 3 Nov. in Carlsruhe?

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Baden-Baden
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 446f.
 



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