19.12.2019

Briefe



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ID: 9566 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 02.11.1865
 

Frankfurt1 d. 2 Nov. 1865
Lieber Herr Levi,
das hat mich nun ’mal wieder Kopfzerbrechen gekostet! Programmmachen ist, glaube ich, schwerer als Spielen.
Ich schlage nun vor, entweder: als 2te Solonummer von mir:
a) 4 Albumstücke von Kirchner
b) Nro 8 aus den Kreisleriana Schumann
oder:
a) Andante aus Op. 2 .... Kirchner
{ b) Nachtstück – . – }Schumann
c) Nro 8 aus den Kreisleriana }
oder am liebsten vielleicht, damit es nicht so viele
kleine Stücke nacheinander giebt:
als meine erste Solonummer:
Variationen C Moll von Beethoven
und Scarlatti und Händel als 2te Solonummer.
Nun machen Sie es, wie Sie wollen, lassen Sie mich aber gleich durch ein Wort wissen, was Sie gewählt? denn meine Minuten sind jetzt gezählt, so daß ich kaum das Nöthigste durchspielen kann.
Ich hätte gern Herrn Hauser geschrieben, aber es geht nicht, heute muß meine arme Julie einen Brief haben, was ich bis jetzt nicht ermöglichen konnte.
Schönste Grüße an die lustigen Brüder Allesammt! aber nicht zu viel Lust und Wein, denken Sie an Ihre Nerven!
Herzlich Ihre
Cl. Schumann.

Eilig

Könnte ich doch Freitag in Carlsruhe sein, aber ich fürchte zu sehr die Aufregung und nachher das lange Aufbleiben; denken werde ich aber viel dahin.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfangsort: [Karlsruhe ?]
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 5
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Franz Brendel, Hermann Levi, Franz Liszt, Richard Pohl und Richard Wagner / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Thomas Synofzik, Axel Schröter und Klaus Döge / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-016-2
472f.
 



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