19.12.2019

Briefe



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ID: 959 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 25.06.1846
 

Mein verehrter Freund,
Für’s Erste drücke ich Ihnen nochmals herzlich die Hand für Ihr freundliches Entgegenkommen, Ihr Kommen nach Maxen, für Alles überhaupt, was Sie in der Sache thaten. Sie liegt mir sehr am Herzen, sie gehört mit zu meinen Lebensaufgaben. Aber auch der Muth, das Vertrauen auf mehr Kraft muß erst wieder dasein, ehe ich an einen Anfang denken kann. Kommt alles zurück (und ich bin so jung und darf hoffen) so erinnere ich Sie später wieder an Ihr Versprechen, ja könnte ich, möchte ich Sie durch einen Eid daran binden. Für jetzt ich fühl’ es – muß ich von jeder größeren Arbeit, geschweige einer, die mein ganzes Innere aufrührt, ablaßen.
Einstweilen stärken auch Sie Sich, vergessen meiner nicht ganz, und möchten die Ueberzeugung mit in die Ferien nehmen, wie sehr ich Sie in der kurzen Zeit unserer Bekanntschaft liebgewonnen und hochachten gelernt habe. Mit diesem aufrichtigen Geständniß bin ich für immer
Ihr
R. Schumann.

Von meiner Frau herzliche Grüße noch an Sie beide, so wie an die Ihrigen von mir insbesonders.
Sr. Wohlgeboren
Herrn Robert Reinick
in
Dresden
Durch gütige Besorgung.

  Absender: Schumann, Robert (1455)
  Absendeort: Dresden
  Empfänger: Reinick, Robert (1246)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
812f.
 



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