19.12.2019

Briefe



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ID: 9693 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 10.03.1867
 

Edinburgh d. 10 März 1867.

Lieber Joachim,

haben Sie Dank für Ihre lieben Zeilen. Ich habe gleich an Mad. Sartoris geschrieben und ihr für Mittwoch zugesagt. Daß Sie das Aachner Musikfest-Engagement abgelehnt, ist mir sehr lieb, denn sicherlich sind Sie dann in Frankreich noch gar nicht fertig, und müßten dann am Ende deshalb Anderes aufgeben. Wie schwer aber solch ein Fernseyn von den Angehörigen, das, lieber Joachim, fühle ich nur gar zu sehr selbst, weiß es also mit Ihnen zu empfinden. Wir sitzen heute hier still im Hôtel, das Wetter ist seit 2 Tagen so entsetzlich, daß man nicht aus dem Zimmer kann. Solch ein gänzlicher Ruhetag thut aber wohl – da schreibt man recht in aller Gemüthlichkeit an seine Lieben! – Daß Sie, lieber Joachim, mir immer ein treuer Freund, weiß ich, fühle es aber in Deutschland erquickender und beglückender, als in England – lieber aber spreche ich einmal in Deutschland mit Ihnen darüber!
Wir reisen morgen nach London – Sie sind wohl Dienstag wieder aus der Stadt?
Von Herzen und mit dem immer alten Herzen
Ihre
Cl. Sch.

Marie grüßt schönstens.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Edinburgh
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
926f.
 



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