19.12.2019

Briefe



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ID: 9788 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 05.06.1868
 

Düsseldorf d. 5 Juni. 1868.
Lieber, verehrter Freund
haben Sie herzlichsten Dank für Ihre so schnelle Antwort, die nur leider nicht nach meinen Wünschen. Jedenfalls werde ich Ihrem Rathe, der ja ganz mit meiner Ansicht auch stimmt, befolgen, und Ludwig den einjährigen Dienst thuen lassen. – Er ist jetzt beim Vater, und erklärt mir, er wolle durchaus Musiker werden. Ich kann nichts mehr dagegen thuen, und habe nun deshalb mit dem Vater correspondirt.
Ich bin von all der Sorge so elend, daß ich mich in einem wahrhaft fieberhaften Zustand fühle, und kaum zusammenhängend denken kann. Sollten Sie ’mal meinen Sohn sehen, bitte, versuchen Sie ’mal, ob kein Einfluß möglich! könnte man nur erst ’mal erreichen ihn logisch denken zu machen! es ist entsetzlich!
Ich gehe morgen nach Baden, wohin Marie und Felix voraus gegangen. Leider habe ich die lieben Bendemanns nicht mehr hier gefunden.
Grüßen Sie Ihre liebe Frau und Fanny.
Ich lasse Ihre Frau freundlichst um das Garn nach Baden bitten: Lichtenthal 14. Haben Sie Nachsicht mit diesen Zeilen, und nochmals den herzlichsten Dank von
Ihrer
Ihnen Allen
innig ergeb
Clara Schumann

Frl. Leser trägt mir ihre Grüße auf.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Hübner, Julius und Pauline (2459)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
576f.
 



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