15.07.2019

Briefe



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ID: 9893 Brieftext


Geschrieben am: 02.09.1869
 

Baden d. 2 Septbr 1869.
Lieber Levi,
die Zeit rückt heran, es ist noch immer möglich, daß unser Polter Abend am 7ten statt finde. Wollen Sie den Vater Haydn machen? Brahms hat keine Lust, weil ihm der Humor fehle, und da hat er vielleicht auch recht – zu so etwas muß man – etwas Leichtigkeit besitzen. Sollten Sie den Jungen-Anzug schon bestellt haben, so nähmen wir ihnen [sic] diesen ab für Ferdinand.
Und was denken Sie von Johannes Walzern? Johannes meint, Hausers könnten bei ihm die Nacht bleiben, vielleicht auch Stolzenberg, Frl. Murjahn könnte neben uns an bei Frl. Leser schlafen, aber, kann man es den Herrschaften zumuthen? es ist so schlimm, daß ich mich den Tag gar nicht um sie kümmern kann, Sie müßten mir da eben helfen.
Ich hätte Sie so gern gesprochen, es wäre so viel besser!
Bitte also umgehend ein Wort wegen Vater Haydn und des Anzugs?
Es ist schrecklich in welch peinlicher Situation wir sind, da Marmorito’s Großvater im Sterben liegt, aber immer nicht stirbt, also möglicherweise noch Monate so fort vegetiren kann.
Stirbt er jetzt so müssen wir die Hochzeit verschieben, erwarten täglich Nachricht.
In fliegender Eile, da diese Zeilen fort sollen, Ihre von Herzen ergeb.
Clara Schumann.
Haben Sie Hauser gefragt wegen der Champagner Adresse?

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Baden-Baden
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 553f.
 



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