19.12.2019

Briefe



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ID: 9991 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 17.06.1870
 

Baden d. 17 Juni 1870.

Tausend Dank, liebster Joachim, für Ihre schnelle Antwort. Es war mir unendlich lieb, daß Sie mir ganz und gar beistimmten in der Absage. Diese wurde gleich aufgesetzt, nun denken Sie aber der sonderbare Zufall! der Brief lag fix und fertig, zufällig konnte ihn aber Niemand zur Stadt bringen, und er blieb bis Abends liegen, da kam Einer von Johannes, der mir <> mittheilt, daß Liszt und Wagner abgeschrieben haben. Wie das zugeht, begreife ich nicht. Ich schrieb nun einen anderen Brief, in welchem ich meine Zusage mir noch vorbehielt, bis ich weiteres über Dirigenten, Programm erfahren habe. Jetzt schreibt man doch gewiß wieder an Sie! ich bin begierig auf Herbecks Antwort. Johannes schreibt u. A., daß er wohl bald hierher kommen werde, worüber wir uns sehr freuen. - Von Levi haben wir nichts gehört – er ist auf Urlaub für 2 Monate. Nun rüsten Sie bald nach Salzburg, Ihre liebe Frau wenigstens! ich möchte Sie jetzt auch von Berlin fortwünschen! Dank für Ihre Theilnahme wegen Ludwig -- es ist schwer bei solch 'nem Jammer sich aufzuraffen, ich kann es aber doch im Hinblick auf die anderen theueren Kinder, denen ich ihre Jugend nicht trüben darf. Viel liebe Gedanken für Ihre Kinderschaar, und die allerherzlichsten Grüße an Sie Beide von
Ihrer
Cl. Sch.



  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1013f.
 



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