15.07.2019

Briefe



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ID: 11171 Brieftext


Geschrieben am: 06.04.1895
 

Frankfurt a/M d. 6 April 95.
32 Myliusstr.
Lieber Levi,
da wir uns nun nicht sehen, muß ich Sie schriftlich um Etwas bitten, und zwar ob Sie Herrn Professor Urspruch von hier wohl gestatten würden Ihnen, wenn er nach München käme, Einiges aus seiner neuen Oper vorzuspielen? er meint, Sie würden Interesse daran finden, und ihm dann zur Aufführung derselben in München verhelfen.
Herr Urspruch ist der Lehrer in unserer Classe, sowie auch des Ferdinand, und ich kann ihm daher seine Bitte nicht abschlagen. Sagen Sie mir bald ein Wort hierauf, ob Sie es thuen können und wollen? Sie könnten ja Gründe haben es abzuschlagen – sagen Sie es mir offen. Ich wünschte den Mann, der mit seiner 1ten Oper eine große Täuschung erfuhr, in Folge dessen die Frau ganz tiefsinnig wurde, von Herzen einen Erfolg mit dieser 2ten Oper, obgleich ich ja weiß, wie schwer es ist.
Die Täuschung mit München ist uns recht traurig, es hätte uns sicher sehr gut gethan ’mal alte Freunde zu sehen, und Einiges zu hören und den Brunnen Hildebrandts zu sehen! es sollte nicht sein, und die armen Fiedlers sind ja am schlimmsten daran. Hoffentlich übersteht Frau Mary die Krankheit bald.
Leben Sie wohl, und bitte, einige Worte bald an Ihre altergebene
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levi, Hermann (941)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.5, S. 917f.
 



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