19.12.2019

Briefe



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ID: 12349 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 16.12.1888
 

Frankf. d. 16 Dec 88.
Lieber Herr Levy
ach, was mache ich Ihnen für Mühe, und kann es doch nicht ändern! – Im Stern’schen Verein zu spielen hätte für mich das sehr beruhigende, daß, würde ich durch einen Zufall verhindert zu spielen, das Concert doch statt findet, vielleicht von Seiten der Direction für eine Vertretung [im Voraus] gesorgt werden könnte. Das Honorar von 1500 M. würde mir auch genügen, da ich eine öffentliche Probe Tags zuvor nicht machen könnte. Für mich ist eine Solche mit derselben Aufregung verbunden, wie ein Concert, und ich kann nicht mehr zwei Tage nach einander öffentlich spielen, – müßte ich also zu dem Concert eine Vorprobe haben, wo ich nur mit halber Stimme spiele: Zwei Proben machen sie zu so einer Aufführung doch wohl immer? Wegen einer Soiree nach dem Concert schrieb ich Ihnen gestern, ich kann es eben nicht vorher bestimmen. Ich glaube, die Schwierigkeiten die sich jetzt mit meinem öffentlichen Auftreten verknüpfen, sind für die Verhältnisse in Berlin (mit Tag, Orchester, Joachim ect.) zu groß, und ich thue vielleicht besser zu verzichten, als Sie immer wieder aufs Neue zu beunruhigen und zu bemühen.
Bitte, antworten Sie mir noch ein Mal auf Dieses ob es geht oder nicht, und nehmen Sie, lieber Freund, den wärmsten Dank
Ihrer
ergebensten
Clara Schumann.

Ist Rudorff noch immer krank, oder dirigirt er den Manfred?

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin (943)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
403
 



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