19.12.2019

Briefe



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ID: 12360 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 28.12.1888
 

Frankfurt d. 28ten Dec. 88.
Lieber Herr Levy,
hin und her habe ich gestern den ganzen Tag gedacht, und bin nun, da eine Soiree (Kammermusik) nach dem Orchesterconcert unmöglich ist, zu dem Schluß gekommen, nur das von Ihnen vorgeschlagene Orchesterconcert „mit gütiger Unterstützung des Stern’schen Gesangverein’s“ in der Singacademie zu geben. Ich darf es nicht mit der Soiree vorher riskiren, weil ich doch wieder frische Kraft dabei verausgabe, dann auch eine viel zu lange Pause machen müßte. Nun ist aber die Frage: wann könnte das Concert sein? sind Sie auch gewiß eines solchen Erfolges des Manfred, daß eine Wiederholung berechtigt wäre dadurch? Das Werk selbst ist ja so herrlich, aber es verlangt ein ausgesucht gebildetes Publicum, dieses ist klein, und müßte dann zwei mal kommen ect. ect. die Bedenken sind eben immer dabei! – Lieber Freund, ich muß den Leipzigern, die mir schon etwas verstimmt schrieben, bestimmte Antwort auf einige vorgeschlagene andre Daten geben, daher bitte ich Sie um möglichst baldige Antwort.
Ich scheide, bittend, daß Sie nicht die Geduld verlieren mit Ihrer
dankbarst ergebenen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin (943)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
405f.
 



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