19.12.2019

Briefe



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ID: 19050 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 11.09.1889
 

Berlin d. 11/9 89.
Liebe hochverehrte Frau Schumann!
Heute hierher zurückgekehrt, senden wir Ihnen unsre herzlichsten Glückwünsche zu Ihrem siebenzigsten Geburtstag.
Wenn ich oft traurig der heutigen Zeit u. ihrer Irrungen in Kunst u. Leben gedenke, tritt mir tröstend u erhebend Ihr Bild vor die Seele und bestärkt mich in dem Glauben daß nur die Kunst und das Leben, wie Sie sie darstellen das Ächte Wahre u. Ewige sind u. ewig bleiben werden. Gott gebe Ihnen noch lange die so unerschüttert erhaltene Kraft zum Segen u. zur Freude der Menschheit. Hoffentlich führen Sie Ihren gehegten Wunsch aus u. kommen auch diesen Winter nach Berlin, und beglücken uns Alle durch Ihre Gegenwart – u. Ihre Kunst. Wenn Sie das Haus Levy wieder empfangen darf würde es unendlich glücklich sein auch mit Freuden wieder die Concertdirektion übernehmen.
Wir haben in der 1st. Woche October Hochzeit. Das Brautpaar ist unendlich glücklich, was uns den Gedanken der baldigen Trennung etwas in den Hintergrund drängt.
Meine Frau sendet Ihnen die herzlichsten Grüße wie Ihr
treu ergebener
Martin Levy.

  Absender: Levy, Martin (943)
  Absendeort: Berlin
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
412
 



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