19.12.2019

Briefe



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ID: 19081 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 07.10.1892
 

Leipzig, Lessing Str. 4. 7. Oct. 92.

Hochverehrte Frau!

Die drei Briefe Liszt’s, deren Abschrift Sie die Güte hatten mir zu senden, sind in meiner Hand, u. ich sage Ihnen von Herzen Dank für den Schmuck, den sie meiner Sammlung verleihen. Auch die in der Berliner Bibliothek befindlichen andern Briefe, von denen Sie mir im Sommer schrieben, sind mir, nachdem ich ein Gesuch an den preußischen Cultusminister eingereicht, zugänglich gemacht worden, u. ich bin glücklich darüber, den hoch u. innig von mir verehrten u. geliebten Meister Robert Schumann mit Ihnen, seinem andern Ich, so herrlich in meinem Buch vertreten zu sehen. Dasselbe wird Ihnen, hoffe ich, Freude machen, wenn es Ihnen zu Händen kommt. Sie werden viel des Schönen, Edlen, Bedeutenden darin finden. Ein großer Künstler u. Mensch spiegelt sich wol nahezu in jedem der vielen Briefe,die ich zusammentrug. Zur Herausgabe autorisirt wurde ich noch von der Universalerbin Liszt’s, der Fürstin Wittgenstein. Sie übertrug, um der Veröffentlichung Liszt’scher Briefe von andrer, unberechtigter Seite ein für allemal vorzubeugen, das Verlagsrecht derselben an Breitkopf u. Härtel, bei denen das zweibändige Werk im November erscheinen soll.
In alter Verehrung
Ihre ergebenste
Marie Lipsius.

  Absender: Lipsius, Marie (961)
  Absendeort: Leipzig
  Empfänger: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
841
 



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