15.07.2019

Briefe



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ID: 21703 Brieftext


Geschrieben am: Montag 03.01.1881
 

Frankfurt d. 3 Jan. 81.
Liebes Fräulein!
Fürerst herzlichen Dank für den schönen Blumenkorb, womit Sie mich wieder so freundlich überrascht haben. Ich bin leider so beschäftigt, dass ich nur zu Wenigem heute kommen kann. Es liegt mir aber vor Allem daran Sie zu bitten, dass Sie in Bezug auf meines Sohnes Anliegen auf mich keinerlei Rücksicht nehmen; Sie würden mir dadurch nur ein peinliches Gefühl Ihnen gegenüber bereiten. Ich weiss ja, wie Sie beschäftigt sind, und möchte daher um keinen Preis von Ihrer Bereitwilligkeit Gebrauch gemacht wissen. Ueberdies finde ich, wenn mein Sohn die Kinder im Mai mit nach Teplitz nehmen will, ganz unnütz, dass Sie jetzt ein paar Monate Unterricht haben, und dann lange wieder aussetzen. In jedem Falle aber, entweder mein Sohn schickt Ihnen die Kinder zum Unterricht später oder er wendet sich an Jemand Anderen. Vielleicht haben Sie selbst eine Schülerin, die Sie ihm empfehlen können.
Meine Reise nach Berlin ist noch ungewiss; in Leipzig spiele ich am 29ten Jan. im Quartett und am 3ten Febr. im Gewandhausconcert.
Ihnen u. Ihrer lieben Freundin nochmals herzlichen Dank für die guten Wünsche, die ich von Herzen erwiedere
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 72f.
 



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