15.07.2019

Briefe



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ID: 21712 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 20.03.1889
 

Frankf. d. 20 März 89.
Liebes Fräulein,
Dank f. Ihren lieben Brief! – Ich bin aber gar nicht ängstlich wegen Julie, denn, bekommt sie die Masern, so weiß ich sie im Stift besser aufgehoben als es hier der Fall sein würde; warum ich sie nicht kommen lassen kann, schrieb ich Frl. Henne. Natürlich kann ich auch nicht daran denken,
sie in den Ferien hierherzunehmen. Erstlich kostet die Reise zu viel, dann gehen wir auch am 12–13 April fort nach der Riviera u. Florenz.
Mir geht es jetzt gar nicht gut – ich habe gar zu viel Kummer, und viel Schmerzen im Körper, was mich auch eigentlich f. d. ital. Reise recht muthlos macht. Wie leid ist mir, daß Sie wieder Sorge um Ihre liebe Freundin haben! hoffentlich finden Sie das Richtige zu ihrer Erholung – vielleicht auch die Riviera? wäre das nicht noch besser wie Genf? doch, ich verstehe davon nichts! –
Nur diese wenigen Zeilen, da ich sehr beschäftigt bin, aber Dank, liebes Fräulein, für all Ihre Sorgfalt für Julchen – möge Diese sich Ihrer Theilname einmal würdig zeigen! –
Leben Sie wohl! lassen Sie mich hören, was Sie schließlich vornehmen. Leider dauern Ihre Ferien nur bis 24 April, da würden wir wohl nur ein paar Tage mit Ihnen sein können, kämen Sie nach der Riviera.
Herzlichst grüßend,
u. alle guten Wünsche
von Ihrer
getreuen
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 202ff.
 



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