15.07.2019

Briefe



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ID: 21746 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 14.10.1891
 

Frankfurt a/m. 14 Oct. 91
Liebe Mathilde.
Ich will Ihnen nur herzlich danken für Ihre lieben Zeilen und die Sendung, die ich hier wieder beilege, die wir mit Vergnügen gelesen haben. Die Villinger hat wirklich ein reizendes Talent für so kleine Genrebilder.
Leider kann ich Ihnen von mir nur sagen, dass es im Ganzen mit meinen Nerven wohl etwas besser geht; das fürchterliche Leiden im Kopf aber dauert fort, jetzt nun bald 6 Wochen, und nur ab und zu habe ich eine freie Stunde, wo es mir etwas leichter im Kopfe wird. An Stundengeben kann ich nicht denken und ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, was ich unter diesen Zuständen leide.
Schliesslich (ich muss leider schliessen, da mich Alles angreift) möchte ich Ihnen doch sagen, dass wir uns an Julie’s Fortschritten gefreut haben; sie hat doch trotzdem sie wenig üben konnte, viel gewonnen, und besonders finden wir, dass sie sehr hübsch vom Blatt liest, was Sie nur Ihnen zu danken hat. Sie muss jetzt täglich drei Stunden üben und auch Theorie treiben und so ist ihr Tag genau eingetheilt.
Mit den herzlichsten Grüssen an Sie Beide Lieben bin ich in Treue
Ihre
Clara Schumann

Marie u. Eugenie grüssen vielmals. Letztere schreibt Ihnen nächstens ausführlicher

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  SBE: II.14, S. 265
 



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