19.12.2019

Briefe



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ID: 3504 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 10.10.1848
 

Segeberg, d. 10 Oct. 1848

In diesem Augenblicke empfange ich Ihre Zeilen, bester Herr Doctor! u nur ein Viertelstündchen bleibt mir bis Postabgang, um Ihnen in Kürze mitzutheilen, daß auch Ihre Manuscript glücklich in Hamburg angelangt ist. Unglücklicherweise bin ich <vor> seit einigen Tagen <nach> in Segeberg, um vor meiner Abreise nach Leipzig meine Eltern noch einmal zu sehen u. so ist es mir ja leider unmöglich gemacht, sogleich bei Schuberth <A>alles Nöthige persönlich zu beschaffen, doch habe ich so eben auf’s aller Ausführlichste an ihn geschrieben, u. bin ich auch in wenigen Tagen selber wieder in <Leipzig> Hamburg, kann Sie also versichern<>,<> daß nicht das Mindeste meinerseits in Ihrem Interesse verabsäumt werden wird. Ihr Manuscript hat mein Schwager, in Erwartung meiner so nahe bevorstehenden Zurückkunft zurückbehalten, u. ist es in seinen Händen so sicher geborgen, wie es irgend sein kann, doch kann ich leider nurn nicht augenblicklich meine Sehnsucht befriedigen, dies Ihr Werk <> sogleich kennen zu lernen, auf das ich mich so unsäglich freue. Ich bin allerdings der Meinung, daß es Schuberth sehr schwer werden dürfte, Ihnen 50 Ld’or augenblicklich zu zahlen,<> und würden Sie vielleicht auf seine deshalbige Anfrage gut <zu> thun, Ihre <> Forderung ein wenig zu moderiren, oder besser noch, ihm noch ein anderes größeres Werk zu moderatem Preise dazu zu geben! Es versteht sich aber von selber, daß ich Schuberth schriftlich gerathen habe, das Werk unbedingt zu erwerben; ich habe ihm geschrieben, daß ich aus Härtels eigenem Munde wisse, daß er mit Ihren Kinderscenen brilliante Geschäfte gemacht hat, u. daß ich ferner einen Verleger wisse, der, im Falle er <> das Ms nicht wolle, dasselbe mit tausend Freuden nähme; er möge es sich also ja nicht entgehen lassen. Verzeihen Sie meine Flüchtigkeit; aber Sie verlangten umgehend Antwort, u. so mußte ich dergestalt eilen. Tausend Dank u. Gruß Ihrer verehrten Frau für die so freundlichen Zeilen.
Innige Grüße sendet Ihnen
der Ihre
Carl Reinecke

Ende kommende Woche bin ich in Leipzig, u. habe Schuberth angeboten, das MS. selber dort in eine Offizin zu besorgen.

Herrn
Herrn Dr Robert Schumann
in
Dresden
Große Reitbahngasse
frei

[BV-E, Nr. 3526:] C. Reinecke. [beantwortet:] NB. [Versand:] fr.






  Absender: Reinecke, Carl (1243)
  Absendeort: Segeberg
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
706ff
 



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