15.07.2019

Briefe



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ID: 5600 Brieftext


Geschrieben am: 19.05.1838
 

Wenn auf der Leyer goldnen Saiten
Die Melodie Dir überfließt,
Wenn Himmelstöne Dir entgleiten
In sie Dein Inn’res sich ergießt,

Wenn Du in Deinen Phantasieen
In Nacht und Träumen aufwärts steigst,
Der Erde Elend zu entfliehen,
Dich ins Gebiet der Fabel schleichst,

Dann sammle Dich für’s rauhe Leben
Durch’s pracktische Material,
Laß Geist und Dunst zusammenweben,
Vergiß dabei der nicht’gen Qual.

Laß Dein „Warum“ dann sanft verhallen,
„Des Abends“ wiege Dich in Ruh’,
In Grillen magst Du Dir gefallen,
Im Aufschwung flieh’ dem Himmel zu.

H. V. d. 19/5 38.

  Absender: Voigt, Henriette (1630)
  Absender-Institution:
  Absender Ort:
  Empfänger: Schumann, Robert (1455)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 87f.
 



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