19.12.2019

Briefe



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ID: 8986 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 20.08.1892
 

Interlaken d. 20 Aug. 1892

Lieber Herr Ladenburg

nach langem Erwägen kann ich mein Gefühl hinsichtlich der Schulfond-Angelegenheit, über die wir neulich sprachen, doch nicht beschwichtigen. Bisher fiel, neben dem Vortheil für die Schüler, ein solcher auch, indirekt, der Schule zu, und dieser würde nun, wo ich [aus dem Conservatorium] aus-|2|geschieden bin und auf eigne Hand unterrichte, mir zufallen, das aber geht nicht, und Sie werden mir dies gewiß nachempfinden. Sie können denken, wie leid es mir thut, nicht mehr in der schönen Weise den Schülern eine Erleichterung, wie bisher, schaffen zu <>können, aber, ich möchte mir vorbehalten, in etwa vorkommenden Fällen, wo es gälte ein besonderes Talent zu fördern, die Güte Derjenigen, die sich an dem Fond betheiligt haben, wieder in Anspruch nehmen zu dürfen. |3| Bitte, vermitteln Sie diesen meinen Entschluß den Theilnehmern an dem Fond zugleich mit nochmaligem wärmstem Danke.
Auch Ihnen, lieber Herr Ladenburg, sage ich [innigsten] Dank für das rege Interresse welches Sie durch die vielen Jahre hindurch an der Sache genommen haben, und zeichne mich in freundschaftlicher Hochachtung
Ihre
ergb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Interlaken
  Empfänger: Ladenburg, Emil (901)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
716f.
 



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