19.12.2019

Briefe



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ID: 9014 Brieftext


Geschrieben am: Montag 21.11.1859
 

Bremen d. 21 Nov. 59
Lieber Herr Radecke,
heute wende ich mich mit einer Bitte an Sie. Können Sie meiner Elise und Julie Ersterer eine Theoriestunde, Julien zwei Clavierstunden wöchentlich geben? Sie könnten Sich die Stunden ganz, wie es Ihnen paßt, einrichten; ich bin aber freilich nicht im Stande mehr als 1 Thaler die Stunde zu bezahlen! Sagen Sie mir ganz offen, ob Sie es gern thuen oder nicht? ich weiß Ihre Zeit ist sehr beschränkt, und sehe es daher sicherlich nicht als Unfreundlichkeit an, wenn Sie „Nein“ sagen, obgleich es mir natürlich sehr leid thäte. Wollen Sie Frl. Werner eine Zeile zukommen lassen, und zwar recht bald, da ich so ungern, Julie namentlich, ohne Unterricht sehe. Sie bedenken wohl auch meine Kinder wieder freundlich mit Concertbilleten? Wie leid hat es mir gethan, daß der Manfred neulich so wenig gefallen! warum aber gaben Sie ihn nicht wie in Leipzig, und so, wie mein Mann ihn sich gedacht – die Personen selbst auftretend? ich hatte es schon im Octbr. dem Woldemar gesagt, er möchte es Ihnen doch schreiben. Hat er es nicht gethan? Ich denke zu Weihnachten nach Berlin zu kommen, und hoffe Sie dann zu sehen.
Freundlich grüßend
Ihre
aufrichtig ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Radecke, Robert (1220)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
471f.
 



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