25.02.2022

Briefe



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ID: 9246
Geschrieben am: Montag 25.11.1861
 

Oldenburg d. 25 Nov. 1861

Lieber Joachim,

ich habe meine Uhr in einer Kapsel auf dem Tisch liegen lassen, bitte fragen Sie im Hotel gleich nach – Gott weiß wie mir das passiert ist! es wäre ein fataler Verlust, fände sie sich nicht. Ich habe sie aber am Morgen noch auf dem Tisch liegen sehen.
Von hier soll ich herzlich grüßen Dietrich und Strackerjan erwarteten mich. Die Ohren müßten Ihnen eigentlich gestern den ganzen Tag geklungen haben, so viel habe ich noch immer an den vorgestrigen wundervollen Abend mit dem göttlichen Schluß gedacht – und Abends hier davon erzählt. Könnte ich’s Ihnen nur mal so recht sagen, wie mir ist, wenn ich Sie so da stehen sehe<n> und alles durch Sie vergeistigt wird zum höchsten vollendeten Genusse! Lachen Sie mich nicht aus, liebster Joachim, es ist doch wirklich so! Wenn ich Ihnen nicht wieder schreibe, so können Sie mich Donnerstag erwarten. Sollte es ihre Wirthin genieren, so gehen wir in’s Royal. Julie grüßt und ich so herzlich wie immer
Ihre Alte
Cl. Sch.

PS. Haben Sie meine Uhr bekommen, so halten Sie sie an sich, sagen mir aber ein Wort, bitte.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Oldenburg
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
645

  Standort/Quelle:*) D-Zsch, s: 6427-A2
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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