19.12.2019

Briefe



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ID: 11447 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 15.09.1881
 

Baden-Baden d. 15ten Sept.
Liebes Fräulein!
Wie haben Sie mich wieder überrascht durch Ihr freundliches Gedenken, wovon Sie mir in so reizender Weise Beweis gegeben. Das Körbchen ist wunderschön, nur muss ich wieder zürnen, dass Sie, bei der wenigen Zeit, die Sie haben, mir wieder so manche Stunde geopfert. Dank auch für Ihre lieben Wünsche, so wie auch für die Ihrer lieben Freundin.
Ueberrascht war ich, zu hören, dass Sie am Achensee waren – am Ende gar, als wir dort waren? Es war am 8ten August.
Mit meinem Kommen nach Berlin steht es sehr fraglich, vor Weihnachten kann ich keinesfalls, da ich viele andere Versprechungen zu erfüllen habe, und sich übrigens in Berlin Schwierigkeiten bieten, die augenblicklich kaum zu beseitigen sind.
Wir haben den Beschluss unseres Sommers hier gemacht und gehen nächster Tage wieder nach Frankfurt zurück. Meine Kinder aus Amerika
haben sich bereits wieder nach dorthin eingeschifft. Wir haben schöne Zeit mit ihnen verlebt.
Sie müssen mir schon verzeihen, dass ich nicht eigenhändig dankte, da ich meinen Arm sehr schonen muss:
Mit herzlichen Grüssen an Sie Beide und nochmaligem wärmstem Danke
Ihre
alt ergebene
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Wendt, Mathilde (1688)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 14
Briefwechsel Clara Schumanns mit Mathilde Wendt und Malwine Jungius sowie Gustav Wendt / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-86846-025-4
74f.
 



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